Rieneck: Fleisch vom Weide-Hochlandrind

Mehr „Bio“ geht eigentlich garnicht, auch wenn das Fleisch dieser Schottischen Hochlandrinder keinen Bio-Stempel trägt.
Wir haben die sanften Riesen auf ihren Weiden und ihre zwei jungen Besitzer in Rieneck besucht. Steffi und Norman legen viel Wert auf gute Tierhaltung. Das merkt man sofort. Wir waren begeistert vom Mutterkuh-Idyll mit Rinderspielplatz.

 

Betriebsgeschichte, Haltung und Rassen

Seit 2008 betreiben Steffi und Norman die Black-Highland-Ranch. Der Name mag einen Wild-West-Beigeschmack haben, aber bei den riesigen Weiden ist die Bezeichnung „Ranch“ durchaus angebracht. Etwa 50 Tiere halten die beiden in zwei Herden-Gruppen, die jeweils ganzjährig auf großen Weideflächen ihr Leben genießen.

Weide soweit das Auge reicht

Weide soweit das Auge reicht

Unweit von Rieneck am Waldrand stehen die jungen Bullen, in einem Nachbarort die Mutterkühe mit ihren Kälbern, sowie die Färsen. Solange die Kühe gedeckt werden sollen, steht der Zuchtbulle bei ihnen auf der Weide. Außerhalb der Deck-Saison kommt er wieder in die Gesellschaft der anderen Bullen. Kein Rind wird für längere Zeit unnötig einzeln gehalten.

Die Rasse Schottisches Hochlandrind – eine widerstandsfähige und sanfte Rasse – macht den Großteil der Herde aus. Vor einigen Wochen sind vier Kühe der Rasse Galloway hinzugekommen. Die beiden Rassen harmonieren gut miteinander und eignen sich perfekt für die ganzjährige Freilandhaltung.

Die Neuen: Galloway Kühe

Die Neuen: Galloway Kühe

Die robusten Tiere brauchen keine besonderen Extras und kein Spezialfutter, um glücklich und gesund zu sein. Sie wachsen von Natur aus langsam und begnügen sich mit Gras und Heu.
Streicheleinheiten müssen aber unbedingt sein. Wenn Steffi mit dem Striegel auf die Weide kommt, um die Tiere zu bürsten, gibt es oft Gedrängel um den besten Platz. Ihren Besitzern ist es wichtig, dass die Tiere einen starken Bezug zum Menschen haben. Ein Zusammensein ohne Angst und Stress ist in vielen Situationen wichtig – spätestens wenn ein Tier transportiert werden muss.

Was für ein gutes und gesundes Leben der Rinder zählt, ist vor allem viel Platz und eine stabile Herdenhierarchie – beides haben sie hier und noch mehr: Jede Weide besitzt einen großen zugfreien Stall, in dem alle Platz finden, sowie eine Futterstelle für Heu und die Tränke.

Gemütliches Abendessen in netter Gesellschaft

Gemütliches Abendessen in netter Gesellschaft

Daneben gibt es noch einen separaten Offenstall. Hat zum Beispiel eine Kuh mit ihrem Kalb Probleme, wird sie in Blickkontakt zur Herde gehalten, bis sich die Situation stabilisiert hat. So derzeit die Kuh Schura. Nach der Totgeburt ihres Kalbes haben Steffi und Norman innerhalb weniger Stunden ein Ersatzkind gefunden: Die kleine Emma. Und wir sind ganz entzückt auf facebook zu sehen, dass Schura die Kleine offensichtlich gut angenommen hat, obwohl sie ein wenig anders ausschaut, wie die neue „Mama“. Zum Album Emma geht es hier.

Das etwas andere Highland-Kalb

Das etwas andere Highland-Kalb

Achja, natürlich haben alle Tiere einen Namen.

 

Das Thema Ohrmarken

Für die Rinderhaltung, auch für solch gute Haltungsformen, gibt es natürlich Gesetze und Vorschriften. Manche sinnvoll, andere hingegen fragwürdig.
Norman zeigt uns zum Beispiel neue Ohrmarken, welche jedes Tier in Bayern kennzeichnen müssen. Beim Anbringen dieser Marke wird dem Kalb ein 3mm großes Stück Haut aus dem Ohr gestanzt – Stress für Mensch und Tiere. Das Labor fordert diese Gewebeprobe, obwohl eine einfache, schmerzfreie Blutprobe ebenso aussagekräftig wäre.
Steffi und Norman haben bisher vergeblich versucht die Akzeptanz dieser Alternative für ihre Tiere duchzusetzen.
Es kommt noch bitterer: Am Tage unseres Besuches bekamen die beiden Nachricht vom Labor, dass eine der eingeschickten Gewebeproben nicht verwendbar gewesen sei. Beigelegt war eine weitere Marke, die zusätzlich in das Kälberohr gestanzt werden soll. Sinnvoll oder doch eher sinnfrei? Wie groß ist das Ohr eines nur wenige Tage alten Kalbes nochmal?

Seltsame Auslegung des §1 des Tierschutzgesetzes.

Seltsame Auslegung des §1 des Tierschutzgesetzes*.

* Auszug aus §1 TierSchG: Niemand darf einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen.

Mehr zum Thema Ohrmarken in unserem Blog-Eintrag findet ihr hier <klick mich>

 

Fütterung und Fleischqualität

Was die erwachsenen Tiere außer dem Gras, das sie auf der Weide finden, oder Heu während der Wintermonate noch brauchen ist Wasser. Und das nicht gerade wenig…

An die 1.000 Liter Wasser brauchen die Tiere pro Tag. Dieses muss täglich in Tanks auf die Weiden transportiert werden. Für die kalte Jahreszeit, in der die Temperaturen durchaus tagelang unter -20°C fallen, haben sich Steffi und Norman frostsichere Tränken angeschafft. Viel Trinken ist gerade im Winter, wenn das Heu wenig Feuchtigkeit enthält, lebenswichtig und Wasser muss immer zur Verfügung stehen. Die beiden so genannten Balltränken sind, um den Minusgraden zu trotzen, dick isoliert und speziell für die ganzjährige Weidehaltung entwickelt – eine große, aber wichtige Investition in das Wohl der Tiere und letzendlich auch in die Qualität.

Offenstall auf der Mutterkuh Weide

Offenstall auf der Mutterkuh Weide

Durch die extensive Haltung und das langsame Wachstum entsteht ein Fleisch von erstklassiger Qualität. Zart, mit typischem Rinderaroma, benötigt es durch den geringen Wasseranteil nur eine kurze Garzeit. Gerade so wie es für hochwertiges Rindfleisch typisch sein sollte.

Die Kälber bekommen, sobald sie festes Futter zu sich nehmen, täglich eine geringe Menge Getreidefutter. Diese zusätzliche Energie hilft ihnen sich gut zu entwickeln.

Guten Appetit!

Guten Appetit!

 

Zukunft

Da die Nachfrage sowohl nach Fleisch, als auch nach Zuchttieren – die Tiere waren bereits mehrfach in Fachzeitschriften zu sehen – sehr gut ist, möchten Steffi und Norman ihren Betrieb weiter ausbauen. Bis zu einer Anzahl von 30 Mutterkühen soll der Bestand vergrößert werden. Voraussetzung dafür ist vor allem noch mehr zusammenhängendes Weideland um die Tiere weiterhin artgerecht zu halten. Auch die Anschaffung von zusätzlichen Landmaschienen für Heuernte und Transport ist geplant. Neben den beiden Bisherigen soll eventuell noch eine weitere Rinderrasse hinzukommen. Schwerpunkt wird allerdings das Schottische Hochlandrind bleiben, denn an diese gutmütigen, robusten und langlebigen Riesen haben die beiden ihr Herz verloren.

Eine Mama passt immer auf den Nachwuchs auf

Eine Mama passt immer auf den Nachwuchs auf

 

Schlachtung und Verkauf

Für die Tiere, die der Fleischgewinnung dienen, ist nach etwa 36 Monaten – später also als bei intensiver Rindermast – das sorglose Leben vorbei.
Norman bringt die Tiere persönlich in die kleine Metzgerei im Nachbarort, wo sie schonend und stressfrei getötet und dann weiterverarbeitet werden.

Die Schlachttermine richten sich nach der Nachfrage. Das Rindfleisch ist, sobald genügend Bestellungen vorliegen, zu €12,- pro Kilogramm erhältlich. Ein Paket zu 10 Kilogramm enthält immer eine Mischung aus Brat- und Schmorfleisch, wie zum Beispiel:

  • 3,5 kg Braten
  • 4 Steaks
  • 1 kg Gulasch und viel Feines mehr

Gelegentlich gibt es auch eine Rarität zu kaufen: 100% Rindsbratwurst. Salami oder Pfefferbeißer sind ebenfalls erhältlich.

Ihr könnt Euch telefonisch oder per Email beraten lassen und bestellen. Noch dazu müsst ihr die Ware noch nicht einmal abholen, denn Steffi liefert alles persönlich aus. Die Stücke sind in Vakuum-Beutel eingeschweißt.

 

Kontakt

Stephanie und Norman Belz
Sternheckenweg 16
97794 Rieneck
Tel.: 0171 95 22 543 oder 0160 944 60 167
Fax: 09354 90 112
Email: info@Black-Highland-Ranch.de

Webseite: www.black-highland-ranch.de

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schottische Hochlandrinder 50.095576, 9.635388 Rindfleisch: weitere Infos

2 thoughts on “Rieneck: Fleisch vom Weide-Hochlandrind

    • Hi,
      bitte kontaktiere doch direkt Stephanie und Norman Belz. Die Kontaktdaten der beiden findest du im Artikel.
      Viele Grüße
      Sebastian

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